“Telekollaboration und die Alltäglichkeit des interkulturellen Fremdspracherlernens”

Vortrag von Kurt Kohn auf der AKS-Tagung an der TU Braunschweig,
27.02.2014 – 01.03.2014

Mein Vortrag liegt im Schnittbereich von vier komplementären Forschungsfeldern: interkulturelle kommunikative Kompetenz, Englisch als Lingua Franca, Sprachlehr/lernforschung und e-Learning. Die folgenden kommunikativ-konstruktivistischen Annahmen bestimmen meinen Untersuchungsansatz:

  1. Sprachliche Kompetenz ist kommunikative Kompetenz, da Sprache der Kommunikation dient und auch in der Kommunikation erworben wird.
  2. Interkulturelle kommunikative Kompetenz hat ihre Wurzeln in der Kompetenz für alltägliche Kommunikation.
  3. Spracherwerb ist ein kreativer und sozialer Konstruktionsprozess, in dessen Verlauf die Lernenden sich ihre jeweils “eigene” Version der fremden Sprache erschaffen.
  4. Kommunikation ist in dem Maße erfolgreich, in dem die beteiligten SprecherInnen mit der eigenen kommunikativen Performanz und der Performanz der anderen zufrieden sind.

Vor dem Hintergrund einer kurzen Klärung der theoretisch-methodischen Basis werde ich aus dem Telekollaborationsprojekt TILA („Telecollaboration for Intercultural Language Acquisition“) berichten, das von Januar 2013 bis Juni 2015 im Rahmen der „KA2 Languages“-Sektion des EU-Programms „Lebenslanges Lernen“ gefördert wird. Übergreifend geht es um die didaktische Erschließung und Evaluation synchroner und asynchroner telekollaborativer Lehr-/Lernformen für die Förderung interkultureller Sprachkontakte und informeller Formen des interkulturellen Fremdsprachenlernens. In meinem Vortrag steht die Lingua-Franca-Kommunikation auf Englisch im Vordergrund. SchülerInnen aus verschiedenen europäischen Ländern (z.B. Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Türkei) sowie Studierende im ERASMUS-Programm treffen sich in der virtuellen Welt von „OpenSim“ und der Videokonferenzumgebung „BigBlueButton“ zu Kleingruppengesprächen. Sie verwenden ihr Englisch als Lingua Franca für eine möglichst spontane und freie Gesprächsentwicklung. Interkulturalität ergibt sich weniger über stark kulturspezifische Themen als vielmehr über den Kontakt zwischen SprecherInnen aus verschiedenen Sprach- und Kulturräumen; besonders gut sind Themen geeignet, die zur Kommunikation anregen. Die Gespräche werden aufgezeichnet und transkribiert sowie durch sprecherbezogene Hintergrundinformationen, Anforderungsprofile und introspektive Kommentare ergänzt. In der Verbindung dieser Datentypen werden die interkulturell-kommunikativen Herausforderungen erkennbar, die sich für die SprecherInnen ergeben; und es lassen sich Einblicke in kommunikativ-strategische Verhaltensweisen gewinnen sowie auch in charakteristische Ausprägungen von Sprecherzufriedenheit und subjektivem Kommunikationserfolg.

Präsentation auf Slideshare

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